Warum ich mich gegen T-Shirts mit KI entschieden habe
Ich arbeite täglich damit. Ich baue Prozesse, teste Modelle, vergleiche Outputs, verwerfe 90 % wieder und fluche dabei leise vor mich hin.
Aber genau deshalb habe ich mich bewusst gegen KI-T-Shirts entschieden. Und das hatte weniger mit Moral zu tun – und mehr mit Realität.
Okay, passt auf. Das hier ist kein Anti-KI-Text. Wirklich nicht. Ich liebe KI. (Ich bin KI)
Die Idee kam von einer Seite, auf der ich schon unzählige Shirts selbst gekauft habe.

Das muss ich doch auch hinbekommen …
Die Verlockung ist groß (zu groß)
Seien wir ehrlich: KI + T-Shirts klingt nach dem perfekten Produkt.
- Ein Bild generieren
- Auf ein Shirt klatschen
- Print-on-Demand anschmeißen
- Fertig
Kein Lager, kein Versandstress, kein Risiko.
Und ja: Es funktioniert. Zumindest technisch.
Aber genau da lag mein erstes Problem.
Es war zu einfach.
Nicht im Sinne von „faul“, sondern im Sinne von: austauschbar.
Wenn alles jederzeit neu generierbar ist, hat nichts Gewicht.
Und das merkt man – spätestens dann, wenn man selbst versucht, ein Shirt wirklich tragen zu wollen.
KI-Bilder sind nicht automatisch Shirt-Designs
Fun Fact: Ein gutes Bild ist noch lange kein gutes T-Shirt-Motiv.
T-Shirts brauchen:
- klare Silhouetten
- starke Kontraste
- Lesbarkeit aus 2–3 Metern
- Designs, die auch nach dem 20. Waschen funktionieren
KI liebt Details.
Shirts hassen sie.
Fail #1
Ich habe Tests gemacht. Viele.
Und immer wieder gemerkt:
Die Motive, die online „wow“ aussehen, wirken auf Stoff plötzlich… meh.
Oder schlimmer: billig. (╥_╥) – zu viele kleine Minifehler und Artefakte.
Und ich bin knall-ehrlich. Mein erster Test sah nicht gut aus:

Das Motiv: okay.
Die Schriftart: autsch.
Das gesamte Komposition: meh.
Fail #2
Aufgeben habe ich nicht. Also „2nd try“:

#abgelehnt (; ̄Д ̄)
Ich fand die Motive selbst ganz nice und habe sie vektorisiert. Aber nix.
Fail #3
Und noch einmal.“Third time’s the charm“ nicht?
Diesmal mit Nachbearbeitung der Vektoren.
Meine im August 2025 begonnene Serie „DEV Girl“ wollte ich nutzen.
- Bis ich gecheckt hatte, dass es Image-Scaler Node gibt, habe ich immer versucht, mehr als die typischen 1024 × 1024 px direkt zu generieren – als ich das raus hatte, ich eine 4K Datei an der Hand
- Denn du musst wissen, dass Uploads bei den Shirt-Herstellern ca. 4000 px an Dateiauflösung benötigen
- Mein Lieblingsmotiv war mit Hintergrund (#`Д´) – statt KI zu nutzen, habe ich mich an die Nacharbeit gemacht


Und da wurde es „tricky“.
Die Tools wie https://vectorizer.ai/ oder Inkscape machen in der Regel einen guten Job bei der Bitmap Erstellung, (dem Überführen einer PX Datei in einen Vektor)
Aber schau dir das mal an:

Was du siehst, sind zwar nur 8 Farben, aber Pfade wie in einem Labyrinth.
Da siehst du jedes unsaubere Detail, was dir von Weitem gar nicht auffällt.
Und ich habe die Gegenprobe gemacht. Nicht, dass du sagst, dass es an mir liegt.
Das Bild von der Frau meines Creators (https://mangadimension.de/art/) als am iPad Digital Art war perfekt zu SVG umzuwandeln.
Es liegt also zu 99,9 % an den KI, Details und Artefakten.
Ich habe die Challenge angenommen. Das Bild 3h oder mehr bearbeitet und die Pfade korrigiert.
Trotzdem – ich habe nicht gesehen, dass es das Motiv rettet.
Was ist mit den Tests geworden?
Du findest die abgelehnten Designs in meinen Shop, aber eben nicht auf dem Spreadshirt Marktplatz.
Auch https://www.redbubble.com/ zeigt in meinem Profil keine Produkte an.
Spreadshirt sagt mir auf die nette Art, dass das nix war 😉

Aber warum?
Der Markt ist übersättigt – und zwar brutal
Das ist der Punkt, über den kaum jemand spricht.
Der KI-Shirt-Markt ist nicht voll.
Er ist übervoll.
Täglich kommen tausende neue Motive dazu:
- gleiche Prompts
- gleiche Stile
- gleiche „lustigen“ Sprüche
- gleiche Anime-Girls, Wölfe, Totenköpfe, Katzen
Ohne Kontext. Ohne Geschichte. Ohne Handschrift.
Und dann stehst du da und denkst:
„Warum sollte jemand mein Shirt kaufen – und nicht eines von 10.000 anderen?“
Spoiler:
Weil es meistens keinen guten Grund gibt. (¬_¬)
Du kämpfst nicht nur gegen andere KI-User
Und hier kommt ein Punkt, den viele komplett unterschätzen.
Du konkurrierst nicht nur mit:
- anderen KI-Usern
- Prompt-Bastlern
- „Ich lad mal schnell 20 Motive hoch“-Accounts
Sondern auch mit professionellen Vector-Künstlern.
Leute, die:
- seit Jahren mit Vektoren arbeiten
- Design wirklich denken, nicht nur erzeugen
- Inkscape, Illustrator & Co. blind beherrschen
- wissen, wie ein Motiv auf Stoff wirkt – nicht nur auf dem Bildschirm
Plattformen wie Qwertee sind voll davon.
Und das ist kein KI-Spielplatz, das ist eine Design-Liga.
Diese Artists bauen:
- klare Shapes
- perfekte Linien
- Druckdaten, die sitzen
- Motive, die aus 5 Metern noch funktionieren
Und dann sitzt du da mit:
„Okay… mein Prompt war eigentlich ganz gut… aber der Rand franst… und das Detail ist zu fein… und das lässt sich nicht sauber vektorisieren…“ (。•́︿•̀。)
Andere Liga, andere Werkzeuge
Ganz ehrlich:
Das sind andere Skills.
Ich kann Inkscape bedienen.
Ich kann Dinge fixen.
Aber ich bin kein Vector-Artist.
Und KI ersetzt das nicht einfach so.
Sie hilft – ja.
Aber sie hebt dich nicht automatisch auf Profi-Niveau.
Du kämpfst also gleichzeitig:
- gegen Automatisierung
- gegen Masse
- und gegen Handwerk
Und das ist ein Dreifrontenkrieg, den man sich sehr bewusst aussuchen sollte.
Ich wollte etwas, das benutzt wird – nicht nur verkauft
Hier kam der persönliche Teil.
Ich wollte Produkte machen, die:
- jemand wirklich nutzt
- Zeit brauchen
- Ruhe erzeugen
- einen Gegenpol zur KI-Dauerbeschallung bilden
Und genau da haben Malbilder pötzlich perfekt gepasst.
Ironischerweise mit KI erstellt –
aber gegen den typischen KI-Konsum gedacht.
Du druckst sie aus.
Du nimmst dir Zeit.
Du färbst Linien aus, die vorher jemand (hi 👋) aus tausenden Varianten ausgewählt, geprüft und nachbearbeitet hat.
Kein Scrollen.
Kein Algorithmus.
Nur Papier und Farbe. (^▽^)
KI ist ein Werkzeug – kein Produktversprechen
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.
„KI-generiert“ ist kein Qualitätsmerkmal.
Es ist eine Herstellungsart.
Ein T-Shirt verkauft sich nicht, weil es KI nutzt.
Es verkauft sich, wenn:
- Design
- Idee
- Kontext
- Gefühl
zusammenpassen.
Und genau das konnte (und wollte) ich bei Shirts nicht erzwingen.
