Yu-Gi-Oh! Millennium Duels Review / Test

Game Review
5.4

Mittel

5.4

Mittel

Grafik - 5
Sound - 3
Gameplay - 8
Story - 4
Kult - 7

Ein Spiel für Zwischendurch und  Hardcore Yu-Gi-Oh! Fans. Oder doch mehr?

Grafik

DuellBis auf das Menü und das Yu-Gi-Oh! Kartenspiefeld gibt es keine grafischen Besonderheiten. Der Hintergrund ändert sich, wenn eine Feldzauberkarte gespielt wird. Die visuellen Effekte beschränken sich meist auf Menüs, wie der Karten Detailansicht oder Angriffsanimationen mit Pfeilen und den Karten, die unspektakulär über das Feld fliegen. Dabei wäre hier Luft nach oben. Nur wenn der Gegner sein „Signature Monster“ ruft kommt dieses kurz als Bild in den Vordergrund. Das haben wir in anderen Yu-Gi-Oh! Spielen schon besser gesehen, es wären 3D Objekte vorstellbar oder zumindest ein paar Effekte beim beschwören oder angreifen. Alles was es an Grafik nicht gibt wird also zugunsten des Gameplays genutzt, auf das wir später kommen.

Sound

Wenn Karten gesetzt, gezogen oder zerstört werden gibt es einen recht passenden Soundeffekt. Weitere Sounds gibt es kaum.

Musik

Leider sind die Musikstücke, wenn man diese so bezeichnen kann, leider sehr schlecht gewählt. Nicht nur die Wiederholung der immer selben Stücke ist das Negative, die Musik selbst ist auch nicht besondern annehmlich. So würde ich es schonend ausdrücken, denn die Musik von Yu-Gi-Oh! Millennium Duels kann weder in diesem Test noch sonst punkten. Vielleicht würde die Bewertung höher ausfallen, wenn man eigene Musik einbinden könnte, wie es bei Gran Turismo der Fall ist. Zum Glück gibt es die Option die Musik leise zu drehen, dann kann man seine eigene laufen lassen von Laptop und Co.

Gameplay

Das Ziel des Spieles besteht darin einen Duell Turm zu erklimmen, bei dem man immer stärker werdende Duellanten besiegen muss. Dabei werden die Strategien der Charaktere der Serie sehr gut nachempfunden und die Decks sind gut angepasst.

Ein Deck erstellen

Deck-editieren

Bei Erstellen eines Duell Decks bedient sich Yu-Gi-Oh! Millennium Duels der bereits bekannten Mechanik von Trunk (Truhe) und Main Deck. So beinhaltet die Truhe alle Karten, die ihr schon gewonnen habt und die mithilfe von Auswahl und Bestätigen einfach in das aktuelle Deck gepackt werden können. Am Anfang ist das Durchblättern der Seiten noch recht einfach, doch wenn mehr Karten gewonnen werden und in der Truhe sind kann man nur mit den Filter arbeiten. Dabei stehen euch viele hilfreiche Filter und Sortierungen zur Verfügung.

  • Kartenrand wählen (Monster-, Falle-, Magie-Karte, usw.)
  • Spezielle Fähigkeiten filtern ( Karten ziehen, Monster vernichten, Union Monster, usw.)
  • Typen auswählen (Kartentyp [Permanent, Schnellzauber, usw.], Monstertyp [Drache, Maschine, usw.], Attribute [Licht, Dunkelheit, Wasser, usw.])
  • Sortieren (nach Angriff, nach Sternen, nach Limitierungen)

Auf ein paar Besonderheiten möchte ich noch eingehen, die zum Gameplay definitiv dazuzählen, obwohl es nicht Sinn dieses Test von Yu-Gi-Oh! Millennium Duels sein soll die Regeln des Kartenspiel komplett zu erklären.

Rezepte

Rezepte-EigeneDas erstellte Deck könnt ihr in dem Rezepte Menü abspeichern. Da oft viel Zeit und Gehirnschmalz in das Duelldeck geht ist das auch bitter nötig. Jede Veränderung kann auch dazu führen, das eure Strategie nicht mehr richtig „im Fluss“ ist und ihr das alte Rezept wieder herstellen wird. Außerdem ermöglicht euch das Speichern der Rezepte verschiedene Taktiken vorzubereiten. Dabei könnt ihr das Rezept entsprechend benennen. So ist es möglich, dass ihr ein Fallendeck, Drachendeck, Exodiadeck oder Zerstörungsdeck parallel entwickelt.

Rezepte-CharaktereNeben den eigenen Rezepten, die man für ein Duell nutzen kann, gibt es auch die Decks der bereits besiegten Charaktere. Diese sind direkt nach dem gewonnen Duell verfügbar. Allerdings braucht man die dort aufgeführten Karten auch in seinem Beutel, sodass man die teilweise sehr durchdachten und nervigen Strategie der Gegner erst recht spät einsetzen kann.

Limitierte und Verbotene Karten

Wenn ihr kräftig dabei seit euer Deck zu verstärken, dann wird euch untergekommen sein, dass viele nicht nutzbar, weil verboten sind. Dabei werden die aktuellen Beschränkungen aus offiziellen Turnieren genommen. Sinnvollerweise, weil man im Laufe der Zeit gemerkt hat, dass einige Karten einfach zu stark sind. Leider fehlt eine Option in dem Spiel, dass man diese Regeln anpassen kann. (Ich habe zumindest keine entdeckt) So ist das Problem aktuell, dass man a) keine Regeländerungen mitnehmen kann und auch Patches angewiesen sein wird (soweit das überhaupt vorgesehen ist) und b) keine Decks bauen kann, die mit den altbekannten mächtigen Karten funktionieren. Es wäre denkbar, dass es einen Duellmodus gibt, der nur diese Regel-Beschränkungen im Fokus hat. Das haben wir auch schon in anderen Versionen der Yu-Gi-Oh! Reihe gesehen. Manchmal wird man sich also fragen, wieso kann man diese Karten überhaupt gewinnen, wenn der Einsatz verboten ist und es scheinbar keine Möglichkeit gibt diese jemals zu nutzen.

Karten-Sortiment nutzen

Karten bekommt ihr nach jedem Duell, egal ob ihr gewinnt oder verliert. Die Anzahl richtet sich dabei nach den Punkten, die man für das Duell erhält. Logischerweise fallen mehr Punkte für einen Sieg an.

Die Anzahl berechnet sich so:

pro 20 Punkten 1 Karten (Maximal 15 Karten)

Duell-AuswertungAlso bringt es euch nichts zu versuchen deutlich mehr als 300 Punkte zu bekommen, wie es zum Beispiel mit einem Sieg durch Exodia möglich ist. Die Karten, die dann ausgegeben werden sind zu 100% Zufall. Das ist einer der großen negativen Punkte am Gameplay, die ich festmachen kann. Wenn es schlecht läuft sucht man eine spezielle Karte stunden- oder tagelang. Bei den 6000 möglichen Karten kann es also sehr lange dauern, wenn man sein Deck so personalisieren will, wie man möchte. Da kann ich jeden verstehen, der einen Spielstand kopiert, der alle Karten beinhaltet. Das Sammeln hätten die Entwickler deutlich motivierender machen können. Andere Spiele der Serie haben es vorgemacht. So wäre eine Möglichkeit gewesen, dass die Punkte nach dem Duell Geld sind und man im Menü Boosterpacks kauft. Diese haben dann ein Pool an Karten, das auch irgendwann erkennbar ausgeschöpft ist und man dort alles hat. Je nachdem wie weit man in den Türmen ist werden dann weitere Booster freigeschaltet. Leider hatte man diese Idee bei diesem Spiel nicht. Auch Duelle, wo man um Karten kämpfen kann oder der Tausch durch die Online-Funktion fehlen mir hier, was deutlich aufwertend für das Spiel gewesen wäre. Zudem muss für wirklich alle Karten ein DLC gekauft werden, ohne dass man nicht alle nach dem Duellen erhalten kann.

Was ich dem Spiel sehr zugute halte, dass die Götterkarten eingebaut wurden. Außerdem sind viele neuen Typen wie XYZ-Karten und Syncro-Karten verfügbar. Somit ist der Umfang sehr hoch und auch Kenner der neuen Staffeln können sich ein aktuelles Deck zusammenstellen und das Spiel deutlich variabler machen.

Steuerung

Die Controller Steuerung in den Menüs, sowohl bei der Deck Erstellung, als auch im Duell selbst, geht schnell in Fleisch und Blut über. Was den Regeln geschuldet ist, aber leider sehr an den Nerven zehren kann sind die Möglichkeiten eine Karte in jedem Zug zu aktivieren. Die Spielphasen von Yu-Gi-Oh! pro Spielzug:

  • Draw Phase
  • Standbay Phase
  • Main Phase 1
  • Battle Phase
  • Main Phase 2
  • End Turn

Eine Schnellzauber Karte z.B. kann in jeder dieser 6 Phase aktiviert werden, egal ob man selbst am Zug ist oder der Gegner. Dann bekommt ihr auch jedes mal bei einem Phasenwechsel die Anfrage die Karte zu aktivieren. Das kann sehr zeitaufwendig werden, wenn ihr nicht wollt, dass diese Karte aktiviert werden soll, da sie aufgespart oder sind sinnvoll ist. Da hat das Spiel einfach nicht die Logik sich die Auswahl zu merken oder ist zu statisch. Alternativ könnte das Spiel so dynamsich sein, dass man selbst eine Unterbrechung herbeirufen muss, um Karten zu aktivieren. Dafür sind aber die Züge der Gegner teilweise zu schnell.

Neben diesen negativen Effekten läuft das Singleplayer Duell (Multiplayer hat Verbindungsprobleme) aber sehr sauer und flüssig durch. Man kann schnell die Phase wechseln, die Karten setzen und Details aufrufen, die man wissen muss.

Hier ein kurzes Beispiel Duell aus meinem Youtube Channel:

Yu-Gi-Oh! Millennium Duels Gameplay Duell

Hier seht ihr ein kurzes Duell der PS3 Version diese Download Titels. Es soll einen Eindruck des Gameplays innerhalb eines Duells geben. Zugegeben Yugi ist kein ernst zu nehmender Gegner. Hier geht es…

Story

Kurz: es gibt keine. Wer den Anime kennt, der erinnert sich an die immer gleichen Monologe und das Freundschaft, „immer für einander da sein“ Prinzip. Das braucht das Spiel eigentlich auch nicht. Wie schon beschrieben muss ein Turm erklimmt werden, der immer bessere Duellanten bereithält.

Diese sind Charaktere aus den Anime-Serien:

  • Yu-Gi-Oh!
  • Yu-Gi-Oh! GX
  • Yu-Gi-Oh! 5Ds
  • Yu-Gi-Oh! Zexal

Tuerme-Story

Jeder der Türme hat 5 Duellanten und pro Bereich erwarten euch 4 Türme. Das ergibt 80 verschiedene Strategien, die es zu besiegen gilt. Nachdem diese Duellanten besiegt sind erwartet euch noch der Profimodus. Der Name ist dort auch Programm, die schon recht mächtigen Decks aus der ersten Runde sind nochmal deutlich verbessert und man muss schon viel Zeit in die Bearbeitung seines eigenen Decks stecken, damit die Aufgabe zu bewältigen ist. Doch dann kann man jedesmal sich auch auf ein neues starkes Rezept des Gegners freuen.

Multiplayer

Online-BestenlisteDie Verbindung macht das Vergnügen zu einem recht Zweifelhaften. Ein Duell kann im Vergleich zum Singleplayer fast 4mal so lange dauern. Für eine Exodia Strategie ergeben sich dann Duellzeiten von bis zu einer Stunde. Das ist in keinem Verhältnis und ich hätte mir einen ebenso flüssigen Ablauf gewünscht. Die Rangliste ist eine nette Idee, aber weitere Interaktionen, wie Kartentausch oder mehr Duellanpassungen fehlen noch.

Kultfaktor

Yu-Gi-Oh! gibt es nun schon seit mehr als 10 Jahren und für Gamer, die das Franchise seit der ersten Folge auf RTL II kennen, für diese ist das Game eine nette Neuauflage. Sollte man seit einiger Zeit nichts mehr mit dem Karten-Strategie-Spiel zu tun haben, dann ist das eine gute Gelegenheit den alten Zeiten mal wieder näherzukommen. Sogar die Lust auf den Anime kommt dabei wieder auf, sodass ich selbst nebenbei die alten Folgen geschaut habe und ein paar Duelle bestritten habe. Yu-Gi-Oh! trägt damit sehr zum Kultfaktor des Spieles mit bei, aber das wohl eher für die, die das Franchise schon länger kennen. Hier gibt es also eine hohe Punktzahl, auch dafür, dass die neuen Kartentypen eine sinnvollen Ergänzung bringen.

Fazit

Abgespeckte Funktionen in Menü und grafischer / akustischer Darsteller, aber dafür perfekte Umsetzung des Kampfsystems mit vielen Karten. Leider sind die Punkte der Langzeitmotivation, die ich aufgeführt habe und die es auch schon in anderen Teilen gab, nicht mit dabei. Darum ist wohl mehr als 20 Stunden Spielzeit kaum denkbar. Die Multiplayer Funktionen überzeugen nicht und auch das Farmen der Karten wird zur Eintönigen Aufgabe, die auch Fans schnell ad acta legen werden. Sollte sich in Hinblick auf einen 2. Teil diverse Sachen verbessern, dann könnte ein richtig gutes Spiel daraus werden. Zumal die Präsenz auf PS3 kaum vorhanden ist. Jedoch bestehen im Moment zu viele negative Punkte, dass ich völlig begeistert von dem Ableger wäre. Dafür ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aber sehr gut, denn das Spiel ist für nur 10 Euro erhältlich. Was der neuste Ableger „Yu-Gi-Oh! Zexal World Duel Carnival Bundle“ besser oder schlechter macht werde ich eventuell in einem Review betrachten, wenn ich mir das Spiel zulegen werde.

Alle Bilder und Videos (c) by Publisher: Konami