Attack on Titan Review

Anime

Dunkel, düster  und etwas verzweifelt. Kein Kino für junge Animefans, erschafft  Attack on Titan eine  Welt,  in die ich nicht selbst eintauchen will, aber die super Spaß macht beim zuschauen.

In Orginal: shingeki no kyojin

Animation

Die Zeichnung von Attack on Titan ist nicht meine ganz persönliche erste Wahl, aber die gesamte Animation ist einfach gelungen. Die Charaktere sind schön individualisiert und und werden in Schlüssel oder Dialogszenen durch kräftige Außenlinien besser in Szene gesetzt. An den Charakteren sind die Emotionen auch sehr gut umgesetzt – Mimik und Gestik passen immer zu den ausgedrückten Stimmungen.

Mutter und Eren Kind

Mimik und Gestik sehr gut getroffen bei dieser Diskussion

Risen TitanDie gesamte Stimmung ist gut in den Farben eingefangen – nicht zu bunt, aber auch nicht zu düster. Die Effekte, wie z.B. das Dampfen der Titanen sind sehr gut umgesetzt und auch in der Inszenierung schneller Kampfszenen haben die Produzenten ins Schwarze gegriffen. Die dortige Dynamik und Technik der Animation lässt Attack on Titan zeitgemäß aussehen und stellt alles auf ein sehr hohes Niveau. Wird es mal blutig wird nicht alles gezeigt, aber die Kameraeinstellungen und „Schattenspiele“ verdeutlichen sehr gut, was da gerade Schreckliches passiert.

 

Sound

Bei einem Kampf oder einer Ansprache sind die Musikstücke so gut eingesetzt und passend, dass man die Szene noch besser wahrnimmt. Viel der Stimmung wird sehr gut durch die Musik unterstützt. Das Intro haben ich mir persönlich immer angeschaut, was bei einem Anime einfach dazugehört – auch hier sind Song und Umsetzung einfach klasse.

Die verwendeten Endeffekte klingen immer natürlich und sind zeitlich gut getimed. Mit dem richtigen Bass-System bebt die die ganze Wohnung, wenn ein Titan einfach nur läuft oder die Mauer angreift. Auch die immer wieder auftretenden Szenen, in denen ein Mensch gefressen wird sind mit den Soundeffekten noch grusliger. Auch wenn die Kamera nicht direkt drauf hält macht der Sound plus die Schreie einem deutlich, was da los ist.

Synchronisation

Sowohl das Orginal, aber auch die Englische Version machen einen sehr guten Eindruck. Viel der Charaktere wird immer wieder durch die gute Arbeit der Synchronsprecher erzielt. Das ist auch hier der Fall, so hat Eren eine sehr heldenhaft wirkende Stimme, wobei Mikasa immer cool und abgeklärt wirkt, bis es in emotionalen Situationen auch gut umschlägt.

Story

Die Story spielt im Jahre 845 – 850, in einer fiktiven Welt. 100 Jahre vor dieser Zeit kamen Titanen aus dem Nichts und fingen an Menschen anzugreifen. Es stellt sich raus, dass die Titanen das nur aus Lust am Töten machen und nicht, weil sie Hunger haben. Die verbleibenden Menschen errichten riesigen Mauern um die Wohngebiete. Wall Maria, Wall Rose und Sina sind die letzten Festungen zwischen Menschen und Titanen.

Hier mehr zu den Walls: http://shingekinokyojin.wikia.com/wiki/Walls

Armin KindDie Geschichte dreht sich um die 3 Hauptcharaktere, die in Ihrer Kindheit etwas schlimmes erlebt haben. Zunächst wird die Welt als eine ruhige dargestellt, da die Walls die Menschen schon lange schützen. Doch der Junge Eren Jaeger will nach draußen und sich die Welt anschauen. Seine Freundin Mikasa Ackermann will ihn davon abhalten, genau wie seine Eltern. Der dritte im Bunde, mit dem Eren immer wieder über die Außenwelt spricht ist Armin Arlelt. Dieser ist eher schwach, schüchtern und introvertiert. Aber die drei sind offensichtlich gute Freunde. In den ersten 2 Folgen soll sich alles für die drei alles ändern. Aber an dieser Stelle keine Spoiler.

ErenDas ganze ist deshalb so interessant, weil die Storyschreiber es verstanden haben eine richtig ausweglose Situation zu schaffen. Dabei ist der Plot schön nachvollziehbar und die Motivationen, sowie Hintergrundstorys der Hauptcharaktere werden schon erzählt. Anders als bei Naruto oder ähnlichen Mainstream Anime, beschränkt man sich aber auf die wesentlichen Menschen und nur die für die Geschichte notwendigen Flashbacks. So gibt es kaum Szenen doppelt und nur wenn es sein muss wird nochmal wiederholt. Somit bekommt der Zuschauer immer etwas neues zu dem Puzzle der Gesamtstory.

MikasaDie Beziehungen unter den Hauptcharakteren und Nebencharakteren ist an manchen Stellen sehr interessant, an machen leider ohne Bedeutung. So sind ein paar Figuren eingefügt, deren Sinn und Nutzen ich bisher nicht ganz verstanden habe. Zumindest zwischen Hauptcharakteren ist die Beziehung nachvollziehbar. Diese scheint aber in der ersten Staffel sich kaum zu entwickeln. So ist Mikasa immer die Beschützerin von Erin und er der Hitzkopf. So interessant die Gesamtstory ist, bei einigen Aktionen der Charaktere fehlt mir deren Entwicklung. Sicherlich hat Erin nicht vergessen, was ihm als Kind passiert ist und Mikasa hat ihren Schwur auch nicht vergessen, aber mit der Zeit verändern sich die Ansichten, auch nach solchen einschneidenden Situationen, wie diese beiden durchlebt haben. Wenn man alles aus einem größeren Blickwinkel betrachtet hat jede Figur aus Attack on Titan mit seiner eigenen Angst zu kämpfen. Sei es die Angst im Kampf zu sterben, seine Geliebten zu verlieren oder dass die Reichtümer der noch geschützten Teile der Stadt verloren gehen. Gerade bei die erste Angst vor dem bedeutungslosem Tod haben die meisten Nebencharaktere. Dabei ist es mir manchmal schleierhaft, wie die Demoralisierung oft so einfach wieder entgegen gewirkt wird. Teilweise wirk das zu einfach nach dem Prinzip: „Hey glaub an dich und du schaffst es.“ oder „Lass die Tode nicht umsonst gewesen sein.“ und schon geht es weiter. Die soll aber keine zu große Kritik sein, denn Attack on Titan kann im Allgemeinen mit den Interaktionen der Charaktere überzeugen, da man einfach mitfühlen kann und es interessant ist, wie Mikasa reagiert, wenn Erin bedroht wird.

Spannung

Die Spannung ist konstant hoch. Es geht immer darum, dass die Titans etwas zerstören wollen, der Charakter jemanden helfen muss oder die aktuelle Folge einen schrecklich guten Cliffhanger bietet, der einfach zum weiterschauen zwingt. Einmal sind die Beziehungen der Charaktere dafür maßgeblich, aber vielmehr sind die globalen Aktionen interessant. Was passiert, wenn die Titan dies oder das tun. Wo kommt dieser Titan her und warum kann er das was er da tut? Wie gehen die militärischen Aktionen aus? Alle diese Fragen stellt sich der Zuschauer innerhalb einer Folge und auch danach.

Durch die gute Charakter Gestaltung hat man auch immer das Bedürfnis herauszufinden, was geschehen ist, oder warum Erin, Armin und Mikasa so reagieren. Viele unerwartete und überraschende Story Wechsel warten auf euch und auch der „WTF“-Faktor ist teilweise sehr hoch. Man denkt, dass etwas passiert und es kommt ganz anders. Ich persönlich mag diese Unvorhersehbarkeit sehr, auch wenn dies nicht bei jeder Aktion unbedingt der Fall ist. Die hohe Punktzahl finde ich jedoch durchaus gerechtfertigt, da immer wieder etwas offen bleibt, was man gerne aufgeklärt wissen möchte.

Action

Geht es mal zur Sache, dann auch ganz schon bildgewaltig und schnell. Dabei haben die Kämpfer aus der Welt von Attack on Titan eine Ausrüstung, die er erlaubt schnell von Haus zu Haus oder zum Titan zu kommen. Mit diesen „Jetpacks“ und den Seilen haben die Kämpfer eine sehr gute Mobilität ohne Superkräfte besitzen zu müssen. Die Titans sind sehr unterschiedlich. Manchmal sehr dumm und langsam und manchmal reagieren sie blitzschnell und denken in der Situation mit. Mir kommt es so vor, als ob die Titans immer so stark sind, wie es in der Szene gebraucht wird. In den meisten Fällen sind die Menschen jedoch unterlegen, auch wenn sie stylish über die Gebäude fliegen können. Meine Bewertung ist nicht in den 90% Bereich gekommen, weil die Kämpfer zu wenig individuell sind. Entweder stark und treffsicher oder schwach und „Fastfood“. Doch in Verbindung mit den Effekten und verschiedenen Bewegungsabläufen, die auch sehr schön aussehen eine sehr gelungene Darstellung der Action. Die Musik tut ihr übriges und lässt die Action gut wirken.

Humor

Leider finde ich den Humor, der in einigen Szene versucht wird, unangebracht und viel zu künstlich. Die Serie muss nicht witzig sein, denn alles in dieser Welt ist sehr schrecklich und es geht ums Überleben, trotzdem werden Nebencharaktere oder Figuren kurz gezeigt, die wohl witzig wirken sollen. Zum Beispiel sind Situationen, wo jemand total erschöpft ist oder eine übertriebene Charaktereigenschaft hat. Für mich ist das nur ein Versuch an die Anime-typischen Klischee anzuknüpfen – was jedoch ein wenig daneben geht. Zum Glück gehen diese Versuche nicht darüber hinaus und sind nur sehr vereinzelt im Anime zu finden. Vielleicht sehe ich das auch falsch und die Intension war nicht als „witzig“ gedacht. Dafür nur 70 Prozent-Punkte.

Kultfaktor

In Japan, aber auch hier wird der Hype um Attack on Titan immer größer. Die Fanbase ist stetig wachsend und auch in Sachen Preise zieht die Serien an Größen wie One Piece vorbei. Damit ist der Kultfaktor, auch wegen dem unglaublichen Potential, jetzt schon nahezu perfekt, da es wohl noch weiter geht in Sachen Titanen schlachten.

Fazit

Selten habe ich so schnell mit den Charakteren mitgefühlt. Man bekommt schon ab Folge 2 eine starke Bindung zu den Personen und kann diese gut nachvollziehen. Spannung und gute Actionszenen machen den Anime Attack on Titan zu einer Serie mit Suchtpotential. Der Hype ist meiner Meinung nach nicht unbegründet, da dieser Anime im Vergleich zu vielen anderen es schafft, viel Wert auf Story, inhaltliche Zusammenhänge und die besonders bedrückende Stimmung zu legen. Ein absolutes MUSS und eine definitive Weiterempfehlung an alle. Ich freue mich auf alles was noch kommen mag, wenn der Eindruck aus den ersten 13 Folgen sich fortsetzt.

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